Kaiserschnitt in Heidelberg

Erfahrungsbericht über die Universitäts-Frauenklinik

In einer Woche wird meine Kleine 1,5 Jahre alt und meine Große besucht demnach seit 1,5 Jahren das Gymnasium. Inzwischen bin ich also voll und ganz im Alltag mit 2 Kindern angekommen und komme somit endlich mal wieder zum Bloggen. All zu gut erinnre ich mich noch an die Schwangerschaft zurück. Mein Gott habe ich Google viele Sachen gefragt und mich verrückt gemacht. Bei meiner Erstgeborenen, aber dennoch 2. Schwangerschaft war es nicht so. Man stellte zu dem Zeitpunkt noch seinem Arzt die Fragen, ließ mehr auf sich zukommen und machte sich dadurch auch weniger verrückt. Diesen Beitrag schreibe ich, weil ich mir vor September 2017 – während der Schwangerschaft – einen ausführlichen Beitrag über die Universitäts-Frauenklinik in Heidelberg gewünscht hätte.

Warum Heidelberg?

Die Wahl auf dieses Krankenhaus fiel, weil ich eine leichte Schwangerschaftsdiabetes hatte und meine Ärzte sagten es sei besser dort zu Entbinden, wenn mit dem Baby was sein sollte, müsste es nicht ohne die Mama verlegt werde und ich wäre zumindest ganz in ihrer Nähe. Auch wenn bei den Vorsorgeuntersuchungen ansonsten immer alles unauffällig war, nahm ich es mit natürlich zu Herzen, denn man weiß ja nie…

Die Erfahrungsberichte im Internet waren sehr gemischt, genauso wie meine Gefühle. Durch meine Körperbehinderung hatte ich wieder einen geplanten Kaiserschnitt vor mir und zusätzlich hatte ich mich dazu entschieden eine Sterilisation machen zu lassen. 2 gesunde Kinder und eine Fehlgeburt reichten mir im positiven und negativem Sinne. Die Wartezeit in Heidelberg war natürlich enorm beim Vorgespräch, aber mal ehrlich; ist das nicht überall so? Die meisten Kinder kommen wann sie wollen und nicht dann, wenn es gerade am Besten passt. Alle Damen mit denen wir zu tun hatten waren freundlich und ich freute mich auf die Geburt in HD.

Der Kaiserschnitt

Das meine Nervosität sich nicht in Worte fassen ließ und auch der Papa und die große Schwester damit beschäftigt waren ihre Emotionen unter Kontrolle zu halten, als wir auf dem Weg ins Krankenhaus waren ist klar, oder? 🙂 Es ist ein unbeschreiblich schönes, aber auch komisches Gefühl zu wissen, dass man in wenigen Stunden (nochmal) Mama sein wird und der Papa, genau so wie die Schwester bewusster am neuen Familienmitglied teilhaben können, als in der Schwangerschaft. Anfangs waren wir gemeinsam im Kreisssaal mit einer lieben Hebamme und lauschten dem unauffälligem CTG, bis wir dran waren und ich in den OP geschoben wurde. Natürlich hätte der Papa mit rein gedurft, da wir aber die Große nicht alleine im Flur lassen wollten, bin ich alleine rein. Meine Ängste und die Vorfreude überschlugen sich, aber es war ein tolles Team an meiner Seite. Liebevoll und Kompetent kümmerten sie sich alle Ärzte, Schwestern und Hebammen um mich und mein Baby. Eine lockere Atmosphäre und routinierte Abläufe haben dafür gesorgt, dass ich mich gut aufgehoben und trotzdem nicht alleine fühlte. Der erste Schrei war bald zu hören und kurz darauf konnte ich meine kleine Maus auch sehen und berühren.

Meine Sterilisation, die ich natürlich nach einer Aufklärung schriftlich bestätigte, wurde vollzogen. Diese hätte ich aber noch im OP Saal zurück ziehen können. Ich war mir aber zu 100 % sicher und dann war es geschafft.

Die Kennenlernzeit

Glücklich und zufrieden wurde ich zu meinen Lieben gefahren. Papa und die Schwester waren sofort verliebt in unsere Minnie Mouse. Um mich war es selbstverständlich auch sofort geschehen. Sie lag mit Hautkontakt das erste mal in meinen Armen und wurde an die Brust gelegt. Schon sehr bald darauf kam eine Krankenschwester, um sie für die U1 mitzunehmen und ihr etwas anzuziehen. Wieder blieb ich alleine zurück.

Was war denn los? Mein Baby kam nicht mit zurück. Angst, Sorge, Panik!!! Ihr Zuckerwert war wahnsinnig niedrig und sie wurde somit schnellstmöglich in die Neonatologie gebracht. Ohne Mama, im Wärmebettchen, an Geräten angeschlossen, mit Magensonde und einem Zugang lag sie da. Wir waren alle verzweifelt und völlig fertig mit den Nerven. Wird sie bald wieder bei mit sein, mein Babylein? Meine große Tochter und der Papa teilten sich auf. Im Wechsel besuchten sie mich und die Kleine. Sie lag auf der Neonatologie und ich nur auf der Gynäkologie, weil sie ja eben nicht bei mir war. Eine liebe Dame die mit mir im selben Zimmer war, half mir mit Gesprächen, meine Familie besuchte mich und eine Power – Krankenschwester ermutigte mich schnell aufzustehen, um nach meiner Kleinen zu sehen. Dank ihr tat ich es auch noch am selben Abend! Ich werde diese schrecklichen Bilder nicht mehr los. Mein kleiner Winzling, im Wärmebett, Kabel und Schläuche überall und der piepende Monitor der sie überwacht. Schrecklich! Wahnsinnig schlimm und trotzdem kann ich heute sagen das ich dankbar für all das bin. Würde es solche Stationen (noch) nicht geben, hätte die Kleine nicht überlebt!

Die Neonatologie des Universitätsklinikums Heidelberg

Ich hatte Glück im Unglück. Ein Bett neben meiner Kleinen war frei, welches ich dank der Unterstützung der Ärzte schon nach 4 Tagen belegen durfte. Neben meinem Baby sein können – Tag und Nacht. Der Kaiserschnitt war gut verheilt und ich konnte entlassen werden und mich bei unserer „Mini Maus“ einquartieren. Die Schwestern und Ärzte kümmerten sich toll um sie. Wickeln, füttern, waschen etc. gehörte erst wenig später nach und nach zu unseren Aufgaben. Der Monitor überwachte unser Baby ununterbrochen und weder Gelbsucht noch Zuckerabfälle brachten das Team aus der Ruhe. Nur mich. Ich rutschte von einem Nervenzusammenbruch zum Nächsten, weinte den ganzen Tag und war wahrscheinlich die größte Heulsuse die sie alle jemals kennen lernten, obwohl es viel schlimmere Fälle um mich herum gab. Hätte ich meine Lieben und meine Zimmergenossinnen nicht gehabt, weiß ich nicht wie ich das hätte überstehen sollen. Das Team der Neo war wundervoll. Die Babies wurden alle Tag und Nacht liebevoll betreut und trotzdem waren sie für mich da, trösteten mich, machten mir Mut und waren herzlich, verständnisvoll und routiniert zugleich. Trotz Höhen und Tiefen haben wir 2 die Klinik nach 2,5 Wochen gesund verlassen können und auch wenn es die schlimmste Zeit meines Lebens war bin ich allen Beteiligten sehr dankbar. Ich kann die Uni-Klinik (Frauenklinik) wirklich empfehlen, selbst das Essen, auch wenn mir in der Zeit kaum danach war.

Dank dieser Menschen habe ich nun 2 gesunde Mädchen !

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