Erfahrungsbericht: Kaiserschnitt

Nach 39 langen Wochen sollte es endlich soweit sein. Endlich war ich kurz davor mein Traum in Erfüllung gehen zu lassen, Mama zu sein und meine kleine Tochter in meine Arme zu schließen. Aus gesundheitlichen Gründen habe ich mich gemeinsam mit meinem Partner und den Ärzten für einen Kaiserschnitt entschieden. Einerseits war es wunderschön zu wissen wann unser Schatz geboren wird, aber andererseits bekam ich immer mehr Angst davor. Diese Vorfreude und das Angstgefühl vermischten sich auf so seltsame Weise miteinander, das ich kurz vor dem Eingriff fast einen Nervenzusammenbruch erlitt, am ganzen Körper zitterte, so sehr das mein Bett wackelte…


Die Vorbereitungen

Früh morgens sollte ich ins Krankenhaus kommen und mich bei der Entbindungsstation melden. Ich wurde danach zum Kreiissaal geführt und sollte dieses bekannte Krankenhaushemd anziehen, mich hinlegen und warten. Die Wartezeit wurde für ein CTG genutzt und es wurde mir eine Infusion gelegt. Unbeschreiblich nervös wurde ich ca. 1,5 Stunden später in den Operationssaal geschoben. Die Hebammen und Ärzte waren alle schon vor Ort und haben alles vorbereitet und sich um mich gekümmert. Es folgte das wovor ich die meiste Angst hatte. Die PDA. Total aufgelöst setzte ich mich aufrecht hin, machte einen Puckel, atmete tief durch und versuchte so still wie möglich sitzen zu bleiben und … so schlimm wie ich immer vermutet hatte war es gar nicht. Klar, es tat etwas weh, aber es war eher ein ekliges als ein Schmerzhaftes Gefühl, das kalte Desinfektionsspray war fast schon schlimmer. Nach kurzer Wartezeit stellte man fest das ich nocheinmal eine PDA bekommen müsste, aber diesmal wusste ich ja was auf mich zukommen würde und dadurch war ich weniger ängstlich.

Der Kaiserschnitt / die Geburt

Ich lag auf dem OP-Tisch und hatte die ganze Zeit Angst das ich auch nur ein kleines bißchen Schmerz spüren könnte, weil die PDA ausgerechnet bei mir nicht wirken könnte und war froh als ich sah das mein Partner an meinem Kopfende stand. Das einstreichen meines Babybauches habe ich ganz am Anfang noch gespürt und man stellte mir Fragen ob ich dieses oder jenes fühlen würde, was ich mit nein beantworten konnte. Die ganze Zeit hatte ich das Gefühl das mein Bauch immernoch eingepinselt wird und ich hatte mich gefragt wann sie denn (endlich) beginnen würden. Doch auf einmal sagte der Arzt das es nurnoch wenige Sekunden dauern wird. Wahnsinn! Es fühlte sich an als würde ich die ganze Zeit “getreichelt” werden und dabei ist der Eingriff schon so gut wie vorbei? Die zweite PDA und meine Vorfreude machte mir zwar ein klein wenig zu schaffen, aber ein wenig Sauerstoff und die richtige Atmung mit dem sehr starken willen den ersten Schrei meines Kindes zu hören, habe ich das selbstverständlich auch geschafft, nicht unmächtig zu werden oder ähnliches. Die Ärzte drückten nun meine kleine Tochter aus meinem Bauch heraus, der Tisch ruckelte und ich spürte einen starken Druck, aber keinerlei Schmerz. Und dann… der erste Schrei. Oh mein Gott war das ein schönes Gefühl. Mit Tränen in den Augen wurde mir klar: Ich bin nun endlich Mama! Kurze Zeit später sah ich sie zum ersten mal in einem Handtuch eingewickelt und mit zittrigen Händen und einem überglücklichem Gefühl streichelte ich ihr Gesicht. Meine Kleine hat dann mit ihrem Papa den Operationssaal verlassen und ich wurde zugenähnt, es wurde mir ein Kateter gelegt und man hob mich mit meiner Unterstützung in ein Krankenbett und brachte mich zu meinen beiden Lieblingen. Natalie, so heißt sie, lag bei ihrem Papa auf dem Bauch. Es war soweit, sie war bei mir, ich spührte sie, ich konnte sie ansehen und anfassen. Ein wunderschönes Gefühl war es sie das erste mal “anzulegen”. Die U1 verlief gut, alle waren stolz und überglücklich und sie schlief friedlich Haut an Haut, ganz nah bei mir, unter einem Handtuch bedeckt.

Die Tage danach

In der ersten Zeit wirkte noch die PDA, aber auch das lässt selbstverständlich nach. Ich bekam dann Schmerzmittel, durfte aber trotzdem Stillen. Liegen war Schmerzlos, aber Bewegen, Lachen, Husten und Niesen jedoch schmerzhaft. Auch sitzen und laufen war auch nicht so angenehm, nach 12 Stunden musste ich allerdings das erste mal wieder auf eigenen Beinen stehen, damit der Kreislauf wieder in Schwung kommt. Es tat ein wenig weh und die Schläuche machten es ein wenig komplitiert. Durch die Hilfe und Mutivation der Schwestern war nach wenigen Minuten gelungen und ich durfte mich wieder hinlegen. Die ganze Zeit war meine Kleine bei mir, einmal brachte ich sie ins Babyzimmer und als ich nach wenigen Minuten wieder auf Station war, bat mich meine Hebamme es nie wieder zu tun, weil sie so sehr weinte, als sie merkte das Mama und Papa nicht bei ihr waren und keine Schwester es schaffte sie zu beruhigen. Irgendwie machte uns das Stolz, denn als wir sie holten, war alles wieder in Ordnung in ihrer kleinen Babywelt. Von Tag zu Tag ging es mir besser und innerlich drehte ich durch, weil ich endlich nach Hause wollte. Ich kämpfte darum sehr schnell wieder fit zu werden, hoffte vor allem das die Narbe gut verheilt und vorallem geschlossen blieb und vor allem das die U2 posiv verlaufen würde, da dies die Vorraussetzungen für unsere Entlassung war. Ich hatte großes Glück. An einem Freitag war der Kaiserschnitt und am darauffolgenden Dienstag durften wir die Klinik verlassen.

Bildquellenangabe: © Simone Hainz  / pixelio.de

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