Umzug in ein anderes Bundesland – mit Kind

Der Grund warum ich so lange nicht aktiv gebloggt habe ist folgender: Meine Tochter und ich sind in ein anderes Bundesland gezogen und das hat natürlich sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Auch wenn es ein privates Thema ist, finde ich das es hier hin passt, denn schließlich geht es um einen Umzug von 600 km mit Kind. In diesem Artikel geht es um die Planung, die Organisation und Umsetzung. Wie man hier nachlesen kann, bin ich nicht mehr mit dem Vater meiner Tochter zusammen und lebe also in einer „neuen“ Partnerschaft. Bis vor kurzem war es noch eine Fernbeziehung mit ca. 600 km. Alle 14 Tage und die Urlaube haben wir über ein Jahr miteinander verbracht und sind trotz der Entfernung alle 3 wunderbar als Patchwork-Familie zusammen gewachsen. Jeder Abschied war mit Tränen verbunden und jedes Wiedersehen mit großer Freude verbunden. Allerdings hat diese Art des Zusammenlebens uns auch ganz schön eingeschränkt was gemeinsame Unternehmungen o.ä. betraf, weil die gemeinsame Zeit zu sehr beschränkt war. Die Traurigkeit von uns allen war für meine Tochter Grund genug irgendwann folgende Frage zu stellen: „wann wohnen wir endlich zusammen?“ Diese Frage hat besonders mich als Mutter glücklich gemacht, da es der Beweis war, dass sie meinen neuen Partner wirklich akzeptiert und auch in ihr Herz geschlossen haben muss.

 

Sie brachte also den Stein ins Rollen und wir fingen alle gemeinsam an Zukunftspläne zu schmieden. Welche Stadt wird es sein? Wann? Pro und Contra der verschiedenen Möglichkeiten wurden nach und nach besprochen und letztendlich kamen wir durch persönliche Gründe zu dem Entschluss, das ich mit meiner Tochter zu meinem Partner ziehen würde. Also fing ich an meiner Familie und meinen Freunden von dieser Planung zu erzählen und die Zustimmung erleichterten mir weitere Schritte. Ich fing an mir eine Liste zu schreiben, was alles gekündigt werden muss, wen ich informieren muss, was bis zum Tag X alles erledigt werden muss und vor allem fing ich an mit meiner Tochter (5) soweit es ging alles zu besprechen, um auch ihr diese Umstellung und diesen wirklich großen Schritt vor ihre Kinderaugen zu führen um sie am Ende nicht doch unglücklich zu machen oder evtl. damit zu überfordern, weil das ja nicht unser gemeinsames Ziel war, sondern ein glückliches Zusammenleben unserer kleinen, aber dennoch feinen Familie.

Ein Umzug in ein anderes Bundesland bedeutet ja schließlich nicht nur einen schönen Neuanfang zu haben – es bringt auch negatives mit sich, was ich ihr auch klar machte. Man sieht Oma und Opa nicht mehr ganz so oft und auch die Freude bleiben in der alten Heimat zurück, was bedeutet das man sich (auch) neue suchen muss, Abschied in dem alten Kindergarten und der Beginn in einer neuen Vorschule etc. Somit hab ich sie wirklich von Anfang an überall mit einbezogen und ihr auch nicht nur schöne Seiten aufgezeigt, damit ich sie nicht einfach aus ihrer gewohnten Umgebung rausreiße. Besonders mein Kind sollte Sicherheit und Geborgenheit vermittelt bekommen, weil es nun mal alles verändert – was vorher war.

Um die Umzugskosten so gering wie möglich zu halten hat mein Partner nach und nach immer unsere Sachen mit zu sich genommen und um uns mit einzubeziehen, wurde die zukünftig gemeinsame Wohnung dann mit meiner Tochter und mir über Skype eingerichtet / umgestaltet und trotz Entfernung gemeinsam fertig gestellt. Wir haben alles ausgemistet was wir nicht mehr brauchten, alles verschenkt was noch gut erhalten war, um anderen damit eine Freude zu bereiten und zudem wurde ein neues Kinderzimmer gekauft und eingerichtet – alles mit der Zustimmung und in Zusammenarbeit meiner Kleinen, damit wir ihr das Gefühl vermitteln konnten das sie nicht nur dazu gehört, sondern auch besonders wichtig ist und ernst genommen wird. Ja, sie war der Auslöser des Ganzen, aber dennoch wusste sie als Kind ja nicht was alles dahinter stecken würde, wenn wir so weit von „Zu Hause“ weg ziehen, aber dieses mit einbeziehen machte sie Stolz „Wir sind ein Team“ und Gespräche nahmen ihr die Ängste die sie ab und zu mal ansprach.

Inzwischen sind wir umgezogen und haben uns eingelebt, da wir auch schon ein paar Jahre zuvor Freunde in der näheren Umgebung kannten, war es kein kompletter sozialer Neustart für uns und durch das gemeinsame unserer tollen, kleinen Patchwork-Familie; wie gemeinsame Entscheidungen treffen und das Mitrnehmen persönlicher Sachen, fühlen wir uns schon jetzt wirklich zu Hause, was Heimweh bis jetzt ausschließt. Verabschiedet haben wir uns von niemandem so wirklich, weil wir weder Familie, noch Freunde vergessen werden und regelmäßige Besuche einfach stattfinden werden. Abschied nehmen klingt immer so traurig und wir wollten schließlich besonders mit einem lachenden Auge in unsere gemeinsame Zukunft starten und nicht nur mit einem weinenden. Etwas traurig ist man ja immer, wenn man seine Liebsten nicht mehr all zu oft sehen kann, aber eine Abschiedsfeier o.ä. gab es nicht, da dies dann so entgültig gewirkt hätte – für immer auf Wiedersehen sagen ist es ja nicht, denn wir sind nicht aus der Welt und kommen wieder, auch wenn es erstmal nur Besuche sind!

Wir bereuen nichts und genießen es alle sehr, wir sind zwar nicht „Mutter, Vater, Kind“ im klassischem Sinne, aber dennoch eine harmonische Familie die nun endlich zusammen die Höhen und Tiefen des Lebens bestreiten kann.

Bildquellenangabe: © Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de

 

 

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