Übergewicht im Kindesalter – Adipositas

Das regelmäßige Trinken von gesüßten Getränken verursacht meistens Gewichtszunahmen, da Kinder diese trinken, dabei aber nicht weniger Appetit für die nächste Mahlzeit haben. Das sogenannte Junk-Food, das bewusst besonders attraktiv für Kinder und Jugendliche gestaltet wird (bunte und lustige Verpackungen mit Geschenken, Überraschungen, Sammelpunkten, Sammelobjekten) ist oft mit Geschmacksverstärkern angereichert, die appetitsteigernd wirken und zum Mehr-Essen animieren. Darüber hinaus ist es meist sehr fettreich.

Die Explosion der Zahl übergewichtiger Kinder in der westlichen Welt gleicht einer Epidemie mit den typischen Folgekrankheiten der Fettsucht wie Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, Herz- und Hirninfarkte, verfrühter Verschleiß von Wirbelsäule und Gelenken, Krampfadern, Hauterkrankungen, Depression.

Darüber werden Erkrankungen wie Asthma bronchiale, Herzkrankheiten, Knochenkrankheiten u. a. durch die Fettsucht verschlimmert. Das natürliche Sättigungsgefühl des Kindes sollte stets respektiert werden. Kinder sollten nicht ständig aufgefordert werden, den Teller leer zu essen, natürlich gibt es aber auch kurze Zeit später nichts anderes (Süßes) mehr. Fett- und zuckerreiche Dinge sollten nur in Maßen angeboten werden. Unkontrollierte Heißhungerattacken treten bei natürlicher, frischer, gemischter Kost seltener auf, als nach industriell stark bearbeiteter Kost. Nach einer Krankheit muss das verlorene Körpergewicht nicht so schnell wie möglich wieder ausgeglichen werden,hier kann man den natürlichen Verlauf abwarten.

Statt einer gemeinsamen unnötigen Zwischenmahlzeit (Kaffee und Kuchen), kann man auch gesellig ein Gesellschaftsspiel wählen oder einen Ausflug mit dem Rad machen – statt zu Hause vor dem Fernseher oder Computer zu sitzen. Die Eltern sollten die Kindheitsphase nutzen, um den Grundstein für eine gesunde Ernährung zu legen. Die Kinder müssen auch lernen, darauf zu achten, ob das jeweils Gegessene oder auch Getrunkene bekömmlich war, um Lehren daraus zu ziehen (”mir ist ja so schlecht” nach Junkfood oder Alkohol z. B.).

Zur Vorbeugung von Fettsucht durch falsches kindliches Essen haben sich einige wenige Ernährungsregeln sehr bewährt. Kindern nie Essen aufdrängen, besonders wenn sie krank sind. Regelmäßige Mahlzeiten sind zwar wünschenswert, lassen sich aber nicht immer erzwingen. Die Kinder sollten morgens früh genug geweckt werden, so dass ein kleines Frühstück eingenommen werden kann. Zumindest sollte morgens ein warmes Getränk zu sich genommen werden. Ein Pausenbrot ohne fetten Brotbelag, aber mit etwas Obst, oder einer Möhre und etwas zum Trinken ist wichtig. Vor (traditionell die Funktion des Tischgebetes) und nach dem Mittagessen sollte das Kind etwas Ruhe haben, um abschalten zu können. Auf ruhiges und gutes Kauen achten. Den Teller nicht volladen, eher wenig auf den Teller geben, und nachreichen, wenn die erste Portion gegessen ist. Erst wenn die Hauptmahlzeit wirklich beendet ist, sollten Süßigkeiten erlaubt werden.

Am Nachmittag sind Obst, Joghurt, ein Brot, Rohkost, Haferflocken ideal als Zwischenmahlzeit. Obst sollte am besten nicht mehr nach 16 Uhr gegessen werden, da Blähungen die Nachruhe stören können.

Das Abendessen sollte ebenfalls lange vor dem Zubettgehen eingenommen werden. Kinder müssen nicht jeden Tag alle Nährstoffe haben, es kommt auf die Nährstoffbilanz über einen längeren Zeitraum an.

Da die Eßgewohnheiten und der Umgang mit körperlicher Aktivität hauptsächlich durch die Familien geprägt werden, müssen ganzheitliche und realisierbare Therapieansätze zur langfristigen Bewältigung des Übergewichtsproblems eingesetzt werden. Die sollten das gesamte soziale Umfeld der betroffenen Kinder einbeziehen. Hierzu gehört nicht nur ein gesundes Essverhalten ,sondern auch die regelmäßige Bewegung. Kurzfristige Gewichtsabnahmen sind ungesund! Im Tierversuch zumindest zeigt sich eine verkürzte Lebenserwartung, wenn mehrfach stark das Körpergewicht kurzfristig reduziert wird.

Wenn nach einer gründlichen Untersuchung durch den Kinder- oder Hausarzt eine organische Ursache für die Fettsucht ausgeschlossen ist, sollte sich die ganze Familie auf längerfristige Maßnahmen einstellen. Es hat keinen Zweck eine Gewichtsabnahme durch eine Radikalkur zu erzwingen, da dies keinen dauerhaften Erfolg hat. Besonders wichtig ist, dass die Familie die Bemühungen des Kindes um eine Ernährungsumstellung unterstützt.

Es werden zunehmend flächendeckend Ernährungskurse für übergewichtige Kinder und deren Eltern in Gruppen angeboten (viele Kinderkliniken führen diese selber durch oder helfen diese zu vermitteln). Ziel dieser meist über viele Monate angesetzte Maßnahmen ist eine Lebensstiländerung, so dass der bekannte Jojoeffekt mit Wiederzunahme des Gewichtes nach Ende der Therapie, verhindert wird.

Außenseiterdiäten sind nicht zu empfehlen. Auch sind Appetitzügler und Medikamente, die die Fettaufnahme im Darm einschränken, für Kinder ungeeignet.

Regelmäßige körperliche Bewegung erhöht den Energieverbrauch und erhält und vergrößert die Muskelmasse. Viele Experten empfehlen dringend, dass die Schulkinder täglich eine Schulsportstunde haben sollten.

Bildquellenangabe: © Helmut Brunken  / pixelio.de

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