Schwangerschaftsdiabetes – Erfahrungsbericht

Im Moment bin ich sehr stolz auf mich. Ich hatte viele Sorgen in der Schwangerschaft, aber selbstverständlich gibt es keine Zigaretten und keinen​ Alkohol für mein Baby, eine Ernährungsumstellung mit Verzicht auf Weizenprodukte, Fruchtzucker, Zucker und süße Getränke wegen der Schwangerschaftsdiabetes und zusätzlich bewege ich mich viel mehr um meinen Blutzuckerspiegel zu senken und das mit großem Babybauch – trotz Körperbehinderung. Im Juni wurde im Rahmen des normalen Zuckertest, welchen ich auch diesmal vorsorglich beim Frauenarzt machte festgestellt, dass ich Schwangerschaftsdiabetes habe. Meine Begeisterung hielt sich natürlich in Grenzen. Eine Ernährungsumstellung ist ja so schon nicht wirklich einfach im Alltag unterzubringen und beizubehalten. Dann auch noch in der Schwangerschaft? Verzicht? Zuckerentzug? Heißhungerattaken unter Kontrolle behalten? Oh mein Gott…

Es folgten die Umstellung meines Ess-und Trinkverhaltens, mehrere Arzttermine bei der Diabetologin, eine Beratung und die Einführung meines neuen Begleiters – dem Accu Chek mobile.

Dar Gerät wurde mir in der Praxis ausgehändigt, erklärt und auch von mir selbst unter Anleitung einer Arzthelferin erstmalig angewendet. 8 mal täglich sollte ich mich anfangs piksen und meine Werte aufschreiben, zusammen mit der Uhrzeit und dem, was ich gegessen oder getrunken habe. Messen: Nüchtern, also direkt nach dem Aufstehen, vor dem Frühstück, eine Stunde nach dem Frühstück, vor dem Mittagessen, eine Stunde nach dem Mittagessen, vor dem Abendbrot, eine Stunde nach dem Abendbrot und vor dem Schlafengehen nochmal. Zwischenmahlzeiten sollte ich nur notieren, ohne den Wert zu messen.

Ehrlich gesagt überforderte mich dieser Start in die Gestationsdiabetes. Ich war nervös, kleine Anfängerfehler erbrachten entweder zu hohe Werte oder gar Fehlermeldungen beim Testgerät, weshalb ich mich des öfteren mehrmals messen musste, um einen Wert zu bekommen. Manchmal war ich am Rande der Verzweiflung, wenn ich doch nur eben etwas essen wollte… Ach ja:

– Was ist eigentlich Schwangerschaftsdiabetes?

Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes nennt man die Zuckerkrankheit, wenn Sie erstmalig während der Schwangerschaft festgestellt wird. Sie betrifft zwischen 2 bis 14 % der Schwangeren.

Bei Schwangerschaftsdiabetes hat die Schwangere einen ungewöhnlich hohen Blutzuckerspiegel. Im Gegensatz zu anderen Formen des Diabetes, die ein Leben lang andauern, verschwindet der Schwangerschaftsdiabetes häufig nach der Entbindung wieder.

Diabetes entsteht unter anderem, wenn Ihr Körper nicht in der Lage ist, ausreichend Insulin zu produzieren. Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es reguliert die Menge an Zucker im Blut, aus dem Ihr Körper Energie gewinnt, und deaktiviert überschüssigen Zucker, den Ihr Körper nicht braucht oder speichern kann. – (Quelle: babycenter)

 

Aber ich kann dich beruhigen. Man gewöhnt sich an alles und wenn es erstmal zur Routine wird, ist das Blutzucker messen gar nicht mehr so schlimm und auch nicht kompliziert. Das Anwenden, das Wechseln der Teststreifen und das Erneuern der Nadeln – anfangs noch kompliziert und nun sehr einfach in der Handhabung. Inzwischen sind meine Werte so gut eingestellt, dass ich nur noch nach den Mahlzeiten messen und notieren muss. Zusätzlich habe ich das Glück, dass meine Ernährungsumstellung ausreicht und ich kein Insulin spritzen muss. Allerdings muss ich dafür alles auch ganz streng und konsequent einhalten, was nicht immer einfach ist, wenn man Mann und Kind zuhause hat. Mit meiner Tochter und meinem Lebensgefährten habe ich zwar  Glück und  somit rücksichtsvolle Familie, aber dennoch gibt es oft Situationen, in denen ich Verzichten MUSS und mir deswegen auch mal vor lauter Wut oder Verzweiflung die Tränen kommen.

So langsam bin ich am Ende meiner Schwangerschaft angelangt und die Schwangerschaftsdiabetes gehört für mich nun in wenigen Wochen der Vergangenheit an. Meinen nächsten Termin beim Arzt habe ich diesbezüglich 3 Monate nach der Geburt meiner 2. Tochter. Dann wird ein erneuter Zuckertest gemacht, um zu sehen, ob ich wirklich keine Diabetes mehr habe.  So lange heißt es noch: Ernährung einhalten, messen und im Blutzucker-Tagebuch notieren. Das Testgerät, die Teststreifen und Nadeln zahlt übrigens die Krankenkasse.

Hast du auch Erfahrung damit? Kannst dich gern mal melden 😉 

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