Erfahrungsbericht: Fehlgeburt

2 Jahre bevor meine gesunde Tochter zur Welt kam, erlebte ich das Schlimmste was sich eine Mama nur vorstellen kann. Ich habe mein Baby verloren, Die Schwangerschaft verlief eigentlich ganz normal. Übelkeit war da, auch die Vorsorgetermine verliefen normal. Mein Körper veränderte sich dementsprechend und ich bekam einen schönen Babybauch, den man sah und auf den ich sehr stolz war. Komische Gelüste waren keine Seltenheit und natürlich war die Vorfreude auf das Kind sehr groß, weil Kinder für mich eben was ganz besonderes sind – ein Geschenk des Himmels. Ich fing an zu planen… Wie soll das Kinderzimmer aussehen, was muss ich alles besorgen und an was muss ich genau denken!? Wie soll es heißen … und und und. Emotionale Schwankungen beherrschten meinen Alltag – ich war halt schwanger und auch sehr glücklich darüber. Die Vorsorgetermine waren für mich immer etwas ganz besonderes. Je ausgefüllter mein Mutterpass war, desto näher rückte die Geburt meines geliebten Babys. An einem Tag war jedoch alles anders. Ich hatte ein komisches Gefühl im Bauch. Eigentlich sollte an diesem Tag kein Ultraschall gemacht werden.  Meiner Frauenärztin teilte ich mit, dass ich das Gefühl hätte etwas sei nicht in Ordnung mit dem Baby.  Sie machte daraufhin ein Ultraschall, ich sah mein Kind und sie sagte die für mich schlimmsten Worte: „Es tut mir leid … das Herz schlägt nicht mehr!“ Es traf mich so sehr, wie ich es nicht in Worte fassen kann.

Ich erlitt einen Nervenzusammenbruch und erlebte alles was danach war, wie in einem schlechten Horror-Film. Sofort wurde ich ins Krankenhaus geschickt und dort sollte dann alles für die Geburt besprochen werden. Gespräche mit dem Narkosearzt u.s.w. ließ ich wie eine Maschine über mich ergehen. Die Nacht vor dem Eindruck war die Schlimmste in meinem Leben. Ich sollte am Morgen wieder ins Krankenhaus kommen, damit der Eingriff vorgenommen werden kann. „Eingriff!? Es geht um mein Baby! Ich will es nicht her geben!!!“ – waren meine Gedanken. An Schlaf war da nicht zu denken, meine Gedanken kreisten eher um das Thema Selbstmord. Der Morgen kam und die Hölle hatte mich für sich gewonnen. Ich bekam wehenfördernde Mittel, bekam sie und musste das ein paar Stunden über mich ergehen lassen, bis der OP für mich vorbereitet wurde. Durch meine Körperbehinderung kannte ich mich mit Vollnarkosen schon aus, aber noch nie hatte sich mein Körper so sehr dagegen gewehrt einzuschlafen. Letztendlich hat es natürlich am Ende doch gewirkt. Ich wurde wach und alles war vorbei. Ich war nicht mehr schwanger, ohne mein Baby im Arm halten zu können und Mutterglück zu genießen – ein unbeschreiblich schreckliches Gefühl. Psychisch war ich am Boden, nichts mehr hatte einen Sinn für mich und zu dem ganzen Psychischen Stress kam auch noch hinzu, dass ich ein paar Tage lang Nachwehen hatte. Diese starken Schmerzen brachten mich mit dem Kummer zusammen, ans Ende meiner Kräfte.

Durch meine Familie und Freunde schaffte ich den Sprung zurück ins Leben und bin ihnen noch heute dankbar dafür. Heute bin ich Mutter einer wirklich wundervollen Tochter und kann nur sagen das es sich gelohnt hat am Leben zu bleiben. Anscheinend hab ich es ja doch verdient Mama zu werden und sein zu dürfen. Meine Tochter ist ein Wunschkind, aber selbstverständlich kein Ersatz. Ich werde auch mein totes Kind immer lieben!

Bildquellenangabe: © Günter Havlena  / pixelio.de

 

 

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