Definition des Begriffes Spiel

Bis heute gibt es keine wirkliche Übereinstimmung darin, was genau unter “Spiel” zu verstehen ist. Im synonymlexikon wird “Spiel” benutzt für Sachverhalte, die “unernstes” beschrieben werden oder für Dinge die nur scheinbar existieren, wie Theater, Rolle, Vorstellung, Sport, Show, Zeitvertreib und Getue. Als Gegenteil von “Spiel” werden die Begriffe “Ernst” und “Arbeit” genannt. Umschreibungen für “Ernst” sind unter anderem: Strenge, Festigkeit, Konsequenz, Energie, Bestimmtheit und Nachdruck. Umschreibungen für Arbeit sind unter anderem: Tätigkeit, Tun, Handeln, Verrichtung.

Wer sich an diese Definition hält und das Spiel eines Kindes beobachtet, ganz gleich, auf welchem Entwicklungsniveau es sich befindet, gerät in Verwirrung. Er stellt fest das die Synonyme für “Ernst” und “Arbeit” genau das beschreiben, was ein Kind macht, wenn es in seinen Gedanken und Phantasien versunken ist und spielt. Es ist tiefernst bei der Sache, es verfolgt mit Strenge und Konsequenz sein Ziel, es strebt mit Entschiedenheit leistungsstark bestimmte Handlungen an, um zielgerecht zu Ergebnissen zu gelangen.

Offensichtlich bezeichnet die Definition von “Spiel” genau das Gegenteil von dem was es gerade tut. Damit spiegeln unsere Lexika eine gesellschaftliche Haltung wieder, die das Tun von Kindern wenig ernst nimmt, in ihrer Bedeutsamkeit gering schätzt und durch “Verkleinerung” bagatellisiert. Vielleicht ist genau diese Verwirrung der Grund, weshalb ForscherInnen seit Beginn des 19. Jahrhunderts das “Spiel” zu fassen, einzuordnen und mit Theorien zu erklären versuchen.

Bildquellenangabe: © rudolf ortner  / pixelio.de

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