
Definition des Begriffes Spiel
Bis heute gibt es keine wirkliche Übereinstimmung darin, was genau unter “Spiel” zu verstehen ist. Im synonymlexikon wird “Spiel” benutzt für Sachverhalte, die “unernstes” beschrieben werden oder für Dinge die nur scheinbar existieren, wie Theater, Rolle, Vorstellung, Sport, Show, Zeitvertreib und Getue. Als Gegenteil von “Spiel” werden die Begriffe “Ernst” und “Arbeit” genannt. Umschreibungen für “Ernst” sind unter anderem: Strenge, Festigkeit, Konsequenz, Energie, Bestimmtheit und Nachdruck. Umschreibungen für Arbeit sind unter anderem: Tätigkeit, Tun, Handeln, Verrichtung.
Warum Kinder spielen
Wie oft finden wir Kinder vor, die in ein Rollenspiel vertieft sind. Vater, Mutter, Kind… Piraten, Indianer, Cowboys, König oder Königin, ständig schlüpfen sie in andere Rollen. Identifizieren sich mit verschiedenen Charakteren. Sind beeindruckt, finden gefallen und spielen immer wieder. Verkleiden sich, spielen erlebtes nach, albern herum. Das Spiel ist eine hervorragende Möglichkeit für Kinder sich selbst zu finden, zu erproben. Mutig zu werden. Denn wenn ich verkleidet bin, dann bin ich nicht mehr ich. Ich bin die Prinzessin, die bestimmen darf. Ich finde heraus ob ich überhaupt bestimmen will, oder fühle ich mich wohler als abenteuerlicher Pirat?
Die Spiel-Formen
Das Funktionsspiel (auch Übungsspiel genannt)
Es sind die Spiele, die Kinder in den ersten beiden Lebensjahren bevorzugt ausüben. Kennzeichnend ist das die Kinder über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder die gleichen Bewegungen und Tätigkeiten ausführen. Sie verfolgen dabei keinen bestimmten Zweck, sondern wiederholen es einfach aus Freude. Bei diesen Spielen hat das Kind Vergnügen daran, sich in seinen Bewegungen zu üben und alles auszuprobieren. Es probiert aus wie alles funtioniert. Der eigene Körper, die Dinge in der Umwelt und die anderen Menschen.
Gewaltspiele und Jugendgewalt
Ein weilchen ist es schon her, dass die Fernseher, die Radios und vor allem das Internet verkündeten, dass CounterStrike und Co. für unsere gewalttätigen Jugendlichen verantwortlich ist. Hier ist nun mein Statement, welches nicht einfach so irgendwem oder irgendwas den schwarzen Peter zuschiebt.
Wahrscheinlich hat jedes 3. Kind unter 18 jahren schon einmal ein “Killerspiel” gespielt. Liebe Eltern, hört auf meinen Rat und verbietet es nicht! Die Erfahrung muss man sammeln und solange alles hinter dem Glas des Monitors passiert, passiert eben sonst nichts. Man sollte vielleicht auf die ein oder anderen Zeichen achten, wenn euer Kind eine Affinität zu diesen Spielen zeigt. Man muss sich eben immer vor Augen führen, dass das was in diesen Spielen passiert nicht real ist. Wichtiger hierbei ist es dem Kind vor Augen zu führen, dass es nicht real ist. Sofern euer Kind dies nicht vergisst, sehe ich absolut keine Gefahr in “Killerspielen”.
Mit dem Tod kann man sich garnicht früh genug auseinander setzen, denn er kommt nunmal unweigerlich nach dem Leben und auch wenn euer Kind auch noch viele, viele Jahre alt wird, sein Opa sicher nicht. Natürlich sollte man sich auch nicht zu früh mit dem töten auseinandersetzen. Jeodch gibt es in solchen Spielen kausalitäten: “Wenn du selber tötest, wirst du auch getötet.” Das Kind lernt also unweigerlich, dass das Leid, dass es den gegnerischen Polygon-Figuren zufügt, auch zu ihm zurückkommen kann. Dennoch: Killerspiele sind ab 18 Jahren! Das schlimmste dabei ist, dass ihr eurer Aufsichtspflicht nicht nachkommt, wenn ihr euer Kind solche Spiele spielen lasst.
Wenn ihr trotz meiner Argumente euer Kind unbedingt auch vor den ersten Versuchen mit Killer-Spielen schützen wollt, gibt es eigentlich nicht viele Möglichkeiten. Ob öffentliche oder Privatschule, diese Spiele grassieren überall. In meiner alten Klasse war damals sogar auf dem Server im Informatik-Raum ein CounterStrike-Server installiert.
Konsequenz mag hilfreich sein, aber ich denke ein klärendes Gespräch in dem dem Kind die Nachteile einer echten Schlacht aufgezeigt werden und je nach Alter des Kindes kann man sogar auf die aktuelle Lage des Herrn Bush und Hussein/Bin Laden verweisen. Euer Kind versteht, durch die menschliche Sensationsgier getrieben mehr, als ihr für möglich haltet.
Aber woran erkennet ihr, dass eure Kinder “Killerspiele” spielen? Um das rauszufinden, gibt es nur eine Möglichkeit: Den Computer kontrollieren. Natürlich gibt es auch offensichtliche Anzeichen wie Schussgeräusche aus dem Zimmer, aber dazu brauche ich mich an dieser Stelle sicher nicht mehr äußern. Empfehlenswert ist es, ein Programm zu installieren, dass die Zugriffsrechte einschränkt. Etwa das Installieren/Deinstallieren von Software. Ab Windows 2000 ist dies bereits über die Benutzerkonten-Steuerung möglich und Windows Vista bietet sogar eine intelligente Varainte dieser Steuerung an. Der PC sollte dann nach auffälligen Spielen durchsucht werden. Oft hilft aber auch eine kurze Frage, welche Spiele das Kind denn spielt und es nennt euch Namen von ganz allein. Diese Namen sollte man sich merken, aufschreiben und dann Google befragen. Natürlich wird die Herstellerseite dieses Spiel nicht gerne zugeben, dass es möglich ist in einem ihrer Produkte ein Blutbad anzurichten, also sollte man lieber freie Webseiten nach Ihnen absuchen.

